Dr. Asahel Grant

Die Nestorianer
oder
Die zehn Stämme
Reisen durch das alte Assyrien, Armenien, Midian und Mesopotamien. Schilderung der kirchlichen und häuslichen Gebräuche und Sitten der Nestorianer, und Nachweis ihrer Identität mit den verloren geglaubten zehn Stämmen Israels
– 1843 – 

 

ISBN
978-3-929345-15-5
Preis:
18,90 Euro, 32,10 SFr

Kurzinfo

- überarbeitete Fassung der Ausgabe von 1843
- Einzigartiges Zeugnis einer verschwundenen Zeit
- Einblick in das Leben der letzten Christen des Nahen Ostens, die noch
  lebten wie vor 2000 Jahren

Im November 1835 errichteten amerikanische Missionare in Urmiah im Nordwesten des Iran eine protestantische Mission. Sechs Jahre später veröffentlichte der dort arbeitende Arzt Asahel Grant (1807–1844) diese erste westliche Monographie über die assyrische Bevölkerung, die im Westen als »Nestorianer« bekannt waren. Erst wenige Jahre zuvor waren sie u.a. durch eine Veröffentlichung der beiden amerikanischen Missionare Smith und Dwight wieder entdeckt worden.

Auch wenn heute Grants Theorie, bei den Nestorianern handele es sich um die Nachfahren der verlorenen zehn Stämme Israels, überholt erscheint, machen seine detaillierte Beschreibung der assyrischen Stammesgemeinschaften, seine Besuche bei den Sippenoberhäuptern, Maliks (Königen bzw. Häuptlingen), Bischöfen und Patriarchen, seine Reisen nach und von Konstantinopel (einmal via Diyarbakir und Mardin) und zu den Yezidi-Gemeinschaften dieses Buch zu einer interessanten Lektüre.

Grant gibt  einen einzigartigen Augenzeugenbericht über ein Land, in dem Christen viele Jahrhunderte lang völlig unbeeinflusst von der westlichen Zivilisation ihr galiläisches Aramäisch und ihre uralten Sitten und Gebräuche bewahren konnten.

Zur Leseprobe

 

Asahel Grant wurde am 17. August 1807 in Grant’s Hill, Oneida County, im U.S.-Bundesstaat New York geboren. Nach einem Unfall mit einer Axt, bei dem er sich den Fuß verletzte, war er für ein Leben als Farmer ungeeignet. Grant wandte sich der Medizin zu. 1834, im Alter von 27 Jahren, war er bereits fest als Arzt in Uticah, New York, und als „Ältester“ der örtlichen Kirchengemeinde etabliert. In dieser Zeit vernahm er den inneren Ruf, Missionsarzt zu werden. Seine erste Frau Electa war bereits 1831 verstorben und so blieb er mit zwei Söhnen zurück.

Im April 1835 heiratete er Judith Campbell, die sieben Jahre jünger war als er. Bereits einen Monat später schifften Sie sich in Richtung Türkei ein. Im Oktober kamen sie in der Missionsstation in Urmia, Iran, an. Judith Grant brachte 1836 einen Sohn und 1838 Zwillingsmädchen zur Welt. Im Januar 1839 verstarb sie im Alter von 25 Jahren sie an Malaria; ihre beiden Zwillingstöchter folgten ihr genau ein Jahr später.

Asahel Grant, der selbst seit seiner Ankunft in Urmia viel von seiner gesundheitlichen Vitalität eingebüßt hatte, machte mehrere Reisen in die Kurdischen Berge. Von diesen Reisen berichtet dieses Buch.

Der Autor starb am 24. April 1844 in Mosul nach schwerer Krankheit, seine Wünsche und Hoffnungen für eine Missionsstation in Mosul war, nicht zuletzt durch politische Unruhen, zerstört worden. Er war 34 Jahre, 8 Monate und 5 Tage alt.
 

Weiterführende Literatur:

Biografie Asahel Grants:
Gordon Taylor, Fever and Thirst – A Missionary Doctor amid the Christian Tribes of Kurdistan, Chicago 2005  (Academy Chicago Publishers)

Bericht von Asahel Grants Kollegen („Surviving Associate of that Mission“):
Laurie, Thomas, Dr. Grant and the Mountain Nestorians, Boston 1853 und 2003 (www.elibron.com)

Sammlung von Briefen Asahel Grants:
Lathrop, A. C., Memoir of Asahel Grant, M. D., Missionary to the Nestorians, Containing also “An Appeal to Pious Physicians” by Dr. Grant, New York 1847 (M. W. Dodd)