Arslan Topakkaya
Die wirkliche Zeit
Eine vergleichende Untersuchung der Zeitlehre von W. Dilthey und H. Bergson unter besonderer Berücksichtigung von Kants Zeitanalyse


Inaugural-Dissertation der Universität Freiburg im Breisgau
Paperback, 296 Seiten

ISBN  978-3-929345-50-6
Preis:
29,90 Euro, 52,20 SFr

Diese Arbeit unternimmt eine vergleichende Untersuchung der Zeitlehre von W. Dilthey und H. Bergson und zwar von der Kant’schen Zeitanalyse ausgehend. Es hat sich gezeigt, dass es neben vielen Gemeinsamkeiten auch Unterschiede zwischen Diltheys und Bergsons Zeitlehre gibt.

Man kann die Hauptmerkmale der Gemeinsamkeiten und Unterschiede dieser Philosophen folgendermaßen formulieren:

Sie stehen im Widerspruch zur Kant’schen Zeitanalyse. Bei der Entwicklung ihrer Zeitlehre spielt auch die Kritik an der wissenschaftlichen Zeitanalyse eine wichtige Rolle. Beide setzen die Zeit mit der inneren Erfahrung und damit mit dem Leben in Beziehung. Sie heben den Erlebnischarakter der Zeit statt deren sukzessiven Charakter hervor. In diesem Sinne unterscheiden sie die wirkliche Zeit, die dem Leben zukommt, von der objektiven Zeit. Sie sind der Meinung, dass die qualitative Zeit nicht auf die quantitative Zeit zurückzuführen ist. Sie lehnen die Transzendentalität der Zeit ab. Für beide bildet die Zeitlichkeit die Grundlage der menschlichen Existenz. Beide wollen das Reich des geistigen Lebens durch die innere Erfahrung der Zeit begründen. Der grundsätzliche Unterschied liegt in der schöpferischen Eigenschaft der Zeit bei Bergson. Für Dilthey ist die Zeit am Werden der Natur nicht beteiligt, d.h. sie ist nicht das Prinzip des Werdens und Vergehens. Die Zeit wird bei Bergson nicht nur als wirkliche oder objektive Zeit verstanden, wie bei Dilthey, sondern sie nimmt als Dauer an der Entwicklung des Universums teil. Dilthey unternimmt im Gegensatz zu Bergson keine ausführliche Analyse der Zeit, d.h. er analysiert sie nicht in Bezug auf Gedächtnis, Wahrnehmung, Gehirn usw. Sie bewerten auch die Zeitmomente unterschiedlich, z.B. die Gegenwart repräsentiert für Dilthey die Realität der Zeit, während für Bergson die Vergangenheit mehr Gewicht als Gegenwart und Zukunft zu haben scheint.
 

Der Autor:

Dr. phil. Arslan Topakkaya wurde 1972 in Kayseri/Türkei geboren. Er studierte Philosophie an der Atatürk-Universität Erzurum/Türkei und Freiburg/Breisgau, wo er promovierte. Momentan arbeitet er als Dozent an der Hochschule in Mersin/Türkei.